(Substantiv, maskulin) ˈdɔ.kʊnt
Document + Cunt
Ein rechtlicher, bürokratischer
oder formal-juristischer
Text,
der beim Lesen vorrangig negative Emotionen wie Wut, Verzweiflung, Ohnmacht
oder stressbedingte Kopfschmerzen beim Rezipienten auslöst. Formal gibt er vor zu informieren, funktional dient er
der Absicherung des Absenders und
der emotionalen Zermürbung des Empfängers.
Merkmale:
- Absichtlich unverständlich formuliert
- Definiert Begriffe bevorzugt durch andere, ebenfalls undefinierte Begriffe
- 40+ Seiten zur Erklärung von ein bis drei eigentlich trivialen Sachverhalten
- Schriftgröße
6 pt, grau auf hellgrau (Lesbarkeit nicht vorgesehen)
- Enthält Phrasen wie „unbeschadet dessen", „hiervon unberührt bleibt"
oder „gemäß § X Abs. Y i.V.m. Z"
- Niemand liest ihn vollständig, alle klicken irgendwann „Akzeptieren"
- Hinterlässt diffuses Gefühl, Fehler gemacht zu haben – unabhängig vom Inhalt
Etymologie:
Januar
2025. Ein beiläufiger Tippfehler in einem
KI-Prompt – bei dem selbst der Spellchecker aufgab – („Dokument" → „Docunt"), geboren als Wegwerfgedanke. Im Austausch
mit Claude (Anthropic), den ich an diesem teilhaben ließ, wurde deutlich, dass der Fehler präzise benannte, wofür es bis dahin nur Frust, aber kein Wort
gab.
Genus:
Maskulin (der Docunt). Die abwertende Konnotation verschiebt den Begriff bewusst vom neutralen „Dokument" ins Maskuline und betont seinen belastenden, latent bedrohlichen Charakter.
Antonym:
Verständliche Dokumentation (selten)
Verwendung:
"Die neuen AGBs sind ein kompletter Docunt."
"Mann, mein Vermieter
hat mir so einen Docunt geschickt …"
"Das Finanzamt
hat mir wieder einen Docunt zugestellt."
"Ich muss noch diesen Versicherungs-Docunt zum unterschreiben durchlesen"
"Das ist kein Schreiben, das ist ein Docunt
mit Briefkopf."